Ein Blog über Imkerei, Eigenbau und Honigerzeugung aus der Sicht eines Hobbyimkers. Quer durchs Bienenjahr, vom Einschlag des ersten Volkes bis hin zur Honigernte und der Einwinterung der Bienenvölker.
Uns betrifft das in diesem Jahr mit der Königinnenzucht.
Also begannen wir zeitig mit der Auswahl eines geeigneten Zuchtvolks und der gewissenhaften Vorbereitung des Pflegevolkes. Die Kästen wurden sorgfältig gereinigt und für den Einzug nach dem Schlupf vorbereitet.
handzahmes Zuchtvolk
Die Kästen werden mit Honig- und Pollenwabe beschickt.
Zuchtutensilien Nicot-System
Pollenwaben und Honigwaben wurden ausgesucht und verteilt
Ins Pflegevolk wanderten immer wieder Schröpfwaben aus den anderen Völkern. Nach dem entweiseln und dem brechen der Weiselzellen nach 9 Tagen wurden in einem Zuchtrahmen 10 Weiselnäpfchen belarvt. Eine dolle Fitzelei, aber im nächsten Jahr sollte es besser gehen als heuer. Mit einiger Anstrengung war es dann aber doch geschafft, und der Zuchtrahmen konnte ins Pflegevolk eingehängt werden.
eingehängter Zuchtrahmen in der Mitte
Nach 9 Tagen erfolgte eine Kontrolle der Annahme und das Verschulen der verdeckelten Weiselzellen.
Kontrolle der Annahme
nach dem verschulen
Zu unserer Überraschung waren 8 von 10 Larven angenommen und deren Zellen verdeckelt worden. Gestern wurde der Standplatz vorbereitet und die erste Königin zog bereits in einen der Kästen ein.
vorbereiteter Standplatz
Der Rest folgte heute, allerdings ist der Standplatz ein anderer. Beim öffnen der Lockenwickler dann die nächste Überraschung: das Pflegevolk hat eine der Larven aus dem Weiselnäpfen geholt und in eine schnellstens erbaute Weiselzelle umgetragen und dort auch zu einer schicken Königin gezogen. Beim ziehen einer Wabe saß die plötzlich mitten auf der Wabe und erfreute sich bester Gesundheit. Die darf gleich im Pflegevolk bleiben, weil mit der ursprünglichen Königin dieses Volkes ein Sammelbrutableger gebildet wurde.
gezogen ohne Weiselnäpfchen
Letztlich bleibt festzustellen, dass 6 Königinnen geschlüpft sind, das ist eine Rate von 60%. Damit sind wir mehr als zufrieden.Für einen ersten Versuch ein tolles Ergebnis. Drei weitere Königinnen haben wir ja noch in den EWK in petto, nun müssen nur noch die Begattungsflüge passen.
Da ich am Mittwoch und am Donnerstag beruflich außer Haus war, konnte ich erst gestern wieder nach den EWK´s schauen. Erfreulicherweise waren alle drei noch besetzt. Es herrschte reger Flugbetrieb. In 2 von 3 Völkchen wurde bereits Pollen eingetragen, das lässt hoffen. Zweimal musste ich inzwischen nachfüttern. Die kleine Wabe ist in allen drei Kästchen bereits voll ausgebaut. Leider habe ich die Majestäten bei ihren Ausflügen verpasst. Ich denke, sie sind am Donnerstag oder Freitag morgen zu ihrem Ausflug gestartet. Spätestens am 21.5. sollten in den Kästchen Stifte zu finden sein. Die Spannung steigt.
Und wieder ein Experiment. Da hier ja jeden Tag irgend etwas unvorhergesehenes passiert, konnte natürlich der heutige Tag keine Ausnahme machen. Vor einiger Zeit wurde ein großer Schwarm gefangen, der aus dem Bienenhaus abgeflogen war. Nach einer Dunkelhaft wurde er in eine Beute eingeschlagen. Und heute waren auf den Waben tatsächlich wieder Weiselzellen. Da sich in den Zellen hörbar die Damen zu schaffen machten, wurden die Zellen ausgeschnitten und zum schlüpfen beiseite gelegt. Drei dieser Königinnen befinden sich jetzt in EWKs und stehen nun in meinem Garten. Ich hoffe, sie legen einen erfolgreichen Begattungsflug hin. Ich werde berichten.
Der Januar war bekanntermaßen zu warm. Folgerichtig war am 18. Januar bei blauem Himmel und Sonnenschein ein Flugbetrieb wie an einem schönen Sommertag. Es gab zwar ausser Wasser nichts zu holen, aber mir bot sich der bildliche Beweis, das meine drei Völkchen noch am Leben sind. Also habe ich die Umstände gleich genutzt und mal vorsichtig die Bretter gezogen. In allen drei Völkern war keine einzige Milbe gefallen, der Sitz der Wintertrauben waren deutlich am Gemüll zu erkennen. Mein erster eigener Ableger(in den Videos in der Frontansicht der rechte Stock) entwickelte sich da ein wenig zum Sorgenkind. Gemüll war nur noch auf 3 Gassen zu erkennen. Ein 50:50 Kandidat. Leider hat man zu dieser Jahreszeit keinerlei Einfluss mehr auf die Volksentwicklung, man muss darauf vertrauen, im Sommer und Herbst das Beste für die Bienen getan zu haben.
In der letzten Januar- und ersten Februarwoche gabs dann tatsächlich noch Frost und Schnee, aber der Zustand war uns nicht lange vergönnt. Zeit für die "geliebten" Winterarbeiten. Rähmchen bauen und drahten. Zargen bauen. Den Bau von Futterzargen planen. Ausserdem habe ich noch einen Plan für einen Viererboden inklusive Zarge für die Königinnenzucht entworfen, der wird demnächst umgesetzt. Diesem Thema möchten wir uns dieses Jahr speziell widmen, dazu wird es eine extra Rubrik geben.
Ab dem 15.2. stiegen die Temperaturen stetig an und bescherten uns einen kleinen "Vorfrühling".
Zu diesem Zeitpunkt gab es für die Damen in der Umgebung noch nichts zu finden. Es gab erste Reinigungsflüge und die toten Bienen wurden durch Arbeiterinnen aus dem Stock gebracht. Leider oder zum Glück(zu diesem Zeitpunkt wußte ich noch nichts) flog das rechte Volk nicht. Aus dem linken Stock schaute ab und an mal eine Imme raus, aber vielmehr war nicht zu sehen. Dieses Volk bot im Spätsommer einigen Grund zur Besorgnis, weil die junge Königin oftmal bis zu 5 Eier in eine Zelle legte und dieses Verhalten auch noch lange nach der Zugabe von ausgeschleuderten Honigwaben(also reichlich Platz für das Gelege nach dem Putzen) nicht ablegte. Ein erfahrener Vereinskollege beruhigte mich mit dem Verweis auf das Alter der Königin. Er sollte Recht behalten, wie man im folgenden Video sehen kann. Der besagte Stock steht ganz links.
Wohlgemerkt, das Video wurde am 22.02.2014 gegen 13.00 aufgenommen. Dieser Flugbetrieb würde manchem Sommertag zur Ehre gereichen.
Stand heute:
Direkt an meinem Stand blüht ein riesiger Haselstrauch, dahinter ist eine ca 15 Meter hohe männliche Zitterpappel voller Kätzchen. Seitlich vor meinen Bienen steht eine große Weide, die schon kräftig Ihre Kätzchen schiebt. In 2-3 Tagen sind die auch soweit, sollten die Temperaturen so bleiben. Um meine Kästen stehen Winterlinge und in den Grundstücken in unmittelbaren Nähe blühen viele Krokusse und Schneeglöckchen. Auch das Lungenkraut streckt schon seine Blüten der Sonne entgegen. Pollen wird fleißig eingetragen.
Beste Voraussetzungen also für einen erfolgreichen Start in den Frühling.